Kosten

Viel­fach scheu­en sich Beschul­dig­te selbst in einer für sie kri­ti­schen Situa­ti­on einen Ver­tei­di­ger ein­zu­schal­ten, da sie Beden­ken wegen der Kos­ten haben. Die­se Beden­ken sind gera­de bei einer ange­spann­ten finan­zi­el­len Situa­ti­on berech­tigt, soll­ten jedoch nach Mög­lich­keit aus­ge­räumt wer­den um eine effek­ti­ve und früh­zei­ti­ge Ver­tei­di­gung zu gewähr­leis­ten. Ihr Ver­tei­di­ger wird Sie vor Über­nah­me des Man­dats über die vor­aus­sicht­lich ent­ste­hen­den Kos­ten infor­mie­ren. Oft­mals ist es auch mög­lich mit dem Ver­tei­di­ger eine Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung zu schlie­ßen. Ein­zel­hei­ten soll­ten Sie vor­ab mit dem Ver­tei­di­ger Ihres Ver­trau­ens bespre­chen.

Eine gute und damit effek­ti­ve Straf­ver­tei­di­gung kos­tet in aller Regel Zeit und damit auch Geld. Das Lesen der Ermitt­lungs­ak­te, Bespre­chun­gen mit den Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten (z.B. Poli­zei, Staats­an­walt­schaft, Gericht, Zeu­gen, Sach­ver­stän­di­gen etc.) und Ihnen sowie die Vor­be­rei­tung auf die Haupt­ver­hand­lung neh­men viel Zeit in Anspruch. Die­se Tätig­keit kann im Wesent­li­chen auf zwei unter­schied­li­che Arten ver­gü­tet wer­den.

Zum einen durch eine Ver­gü­tung nach dem RVG (Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz) und zum ande­ren durch den Abschluss einer Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung. Bei der Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung unter­schei­det man zwi­schen einer soge­nann­ten Pau­schal­ver­gü­tung und einem fest ver­ein­bar­ten Stun­den­ho­no­rar. Die Ein­zel­hei­ten die­ser Ver­gü­tungs­for­men wür­den den Rah­men die­ser Ein­füh­rung spren­gen. Bei wei­te­ren Fra­gen hier­zu, kön­nen Sie sich ger­ne an mich wen­den.

Bei der Abrech­nung nach dem RVG müs­sen Sie bei einer Straf­sa­che, die vor dem Amts­ge­richt ver­han­delt wird, mit Kos­ten von ca. 600,00 EUR rech­nen. In Straf­sa­chen ist es üblich, dass der Ver­tei­di­ger erst nach Zah­lung eines ange­mes­se­nen Vor­schus­ses tätig wird. Dies gilt sowohl bei der Abrech­nung nach dem RVG als auch beim Abschluss einer Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung. In den im Gesetz genann­ten Fäl­len des § 140 StPO (schwer­wie­gen­de­re Delik­te, die Voll­stre­ckung von Unter­su­chungs­haft etc.) kann Ihnen ein Ver­tei­di­ger als Pflicht­ver­tei­di­ger bei­ge­ord­net wer­den. Auch in Fäl­len der Pflicht­ver­tei­di­gung kön­nen Sie sich Ihren Ver­tei­di­ger sel­ber aus­su­chen.

Ob und inwie­weit eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung die Ver­tei­di­ger­kos­ten über­nimmt hängt von dem in Rede ste­hen­den Tat­vor­wurf und den ver­ein­bar­ten Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ab. Ihr Ver­tei­di­ger wird Sie selbst­ver­ständ­lich vor der Über­nah­me des Man­dats und der Durch­füh­rung von kos­ten­aus­lö­sen­den Tätig­kei­ten aus­führ­lich über die Kos­ten und eine mög­li­che Kos­ten­über­nah­me (bei­spiels­wei­se Pro­zess­kos­ten­hil­fe für das Opfer eine Straf­tat) bzw. Pflicht­ver­tei­di­ger­be­stel­lung infor­mie­ren. Scheu­en Sie sich nicht, Ihnen Anwalt aus­führ­lich zu befra­gen und auch nach­zu­ha­ken, wenn Sie die Rege­lun­gen nicht auf Anhieb ver­ste­hen. Auch bei einer blo­ßen Erst­be­ra­tung wird Ihr Ver­tei­di­ger Sie vor­ab über die Kos­ten infor­mie­ren. Wer­den Sie in einem Ver­fah­ren frei­ge­spro­chen trägt der Staat Ihre Ver­tei­di­ger­kos­ten (in Höhe des RVG). Das gilt jedoch nur für den Fall eines Frei­spru­ches im Rah­men einer Haupt­ver­hand­lung. Soll­te hin­ge­gen die Staats­an­walt­schaft das Ermitt­lungs­ver­fah­ren ein­stel­len, wer­den Ihnen die bis dahin ent­stan­de­nen Ver­tei­di­ger­kos­ten nicht erstat­tet.